Sonntag, 14. Oktober 2012

Holzwickede im Morgenlicht


So langsam schleicht er sich heran, der Herbst. Vom Kalender her ist er ja schon da. In der Natur behauptete sich bis jetzt noch die grüne Farbe, aber hier und da wird die Welt nun doch farbig.

Bei einem Besuch in Holzwickede war ich mal wieder mit meiner Kamera unterwegs. Wegen eines Termins muss- ten wir früh raus und konnten so das goldene Morgenlicht genießen. Während der Fahrt wäre ich mehrere Male am liebsten aus dem Auto gesprungen um zu fotografieren. Zum Beispiel wenn wir durch eine vom Licht durch- flutete Allee fuhren. Oder an den Stellen wo man eine gute Fernsicht auf die benachbarte Großstadt hatte. Aber der Termin ließ es leider nicht zu.

In Holzwickede angekommen konnte ich dann aber mit meiner Kamera los ziehen. Für den Termin selber war mei- ne Anwesenheit nicht erforderlich, ich war nur als Begleiter für die Hin- und Rückfahrt engagiert. Und so konnte ich versuchen die wunderschöne Lichtsituation in digitale Pixel zu pressen.


Die katholische Kirche steht nicht etwa im Wald, sondern versteckt sich aus dieser Sicht heraus hinter dem rena- turierten Teilen des Stadtparks.


Vor dem katholischem Kindergarten steht ein interessanter Baum. Die Blätter sind noch überwiegend grün, aber es liegt auch schon einiges welkes Laub auf dem Boden.


Die katholische Kirche, hier hinter dem Pfarrhaus. Rechts der Eingangbereich des Kindergartens.


Ganz in mein Fotografieren versunken, kam ich auch hinter dem Kindergarten am Zaun des Spielbereiches vorbei. Die Kinder tobten gerade draußen herum, und als ich nun meine Kamera von dieser Seite her auf die Kirche richtete, sah ich mich plötzlich misstrauisch von den Aufsicht führenden Frauen beäugt. Das holte mich schnell wieder in die Wirklichkeit zurück, und um nicht in einen falschen Verdacht zu geraten ließ ich die Kamera sinken und ging weiter. Auf dem Rückweg waren die Kinder im Haus, und so konnte ich in Ruhe und unverdächtigt zum Schuss kommen.


Im Stadtpark genießen Herr und Frau Ente das schöne Wetter.



Ich bekam langsam Hunger, und so kaufte ich ein paar Brötchen und begab mich wieder zu meiner besseren Hälfte. Kaffee hatten wir in der Thermoskanne mitgebracht, und so konnten wir noch gemütlich frühstücken.


Montag, 8. Oktober 2012

Motivsuche mit der LED-Handlampe


Wenn ich etwas suche, und es partout nicht finden kann hilft mir oft ein Trick: Ich verdunkele den Raum und bege- be mich mit einer Taschenlampe auf die Suche. Meistens stelle ich dann fest, dass ich an dem was ich suche schon mehrmals vorbei geschaut habe. Ich habe es einfach aus der Vielfalt der Dinge vor meinen Augen nicht he- raus filtern können. Dadurch das ich mein Sichtfeld auf den Lichtkreis der Taschenlampe beschränke, werde ich durch Dinge die sich außerhalb des Kreises befinden, nicht mehr abgelenkt. Und schon sehe ich viel klarer.

Im Baumarkt entdeckte ich vor einiger Zeit eine LED-Handlampe mit 24 weißen LEDs. Allerdings kostete sie fast 6 Euro, und da ich leichte Probleme habe mich von meinem Geld zu trennen, nahm ich erst mal keine mit. Aber ir- gendwie ging sie mir nicht aus dem Kopf. Und als meine Frau mal wieder los fuhr um sich mit einer Freundin im Cafe, das sich im Eingangsbereich des Baumarkts befindet, zu treffen, bat ich sie mir die Lampe mit zu bringen. Und das machte sie dann auch.

Das ich diese Lampe gerne haben wollte hatte natürlich einen Grund. Wer mich kennt wird es sicher ahnen: Einen fotografischen! Ich wollte nämlich meinen Taschenlampentrick für die Motivsuche verwenden. Ich hatte nicht gleich Zeit, aber heute Abend war es soweit. Ich wartete bis es dunkel war, und zog dann mit Handlampe und Taschen- lampe los. Ob sich die Motivsuche gelohnt hat liegt natürlich im Auge des Betrachters.







Wer es mal selber ausprobieren möchte, sollte folgendes beachten:
 
Ich habe es (noch) nicht ausprobiert, aber ich bin davon überzeugt dass solche Bilder im Automatik-Modus nicht gelingen werden. Die Kamera versucht ja alle Bilder gleichmäßig hell zu machen, sie wird also versuchen die dunklen Bereiche aufzuhellen, wodurch dann die hellen Teile überstrahlen und an Zeichnung verlieren.
 
Man sollte aber zumindest den P-Modus verwenden. Wer sich gut auskennt, und so etwas an seiner Kamera hat, darf es natürlich gerne im Av- oder M-Modus versuchen! Aber da nicht jede Kamera so etwas hat bleibe ich mal beim P-Modus.
 
Der P-Modus ist ein Automatik-Modus in dem man einige Möglichkeiten zum Eingreifen hat. Zum Beispiel kann man einstellen wie die Kamera die Belichtung misst. Normalerweise ist, wie in der Automatik, der Mehrfeldmodus eingestellt. Das ganze Bild wird bei der Messung berücksichtigt, und wie schon beschrieben möglichst ausgeglichen belichtet. Mit der Spot- oder Selektivmessung, je nachdem was die Kamera hat und was am besten klappt, wird erreicht dass nur der Teil des Bildes gemessen wird der im Lichtkreis der LED-Lampe liegt, der Rest bleibt dunkel.
 
Falls der Teil im Lichtkreis zu hell oder zu dunkel wird, kann man das ausgleichen indem man bei der Belich- tungskorrektur einen Minus- (wenn zu hell) oder Plus-Wert (wenn zu dunkel) einstellt.
 
Letztendlich kann man das Bild natürlich noch in der Bildbearbeitung aufwerten, aber das zu beschreiben würde hier zu weit führen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Lichtzauber


Man sagt mir nach dass ich eher ohne Hose als ohne Kamera aus dem Haus gehen würde. Stimmt nicht! Ohne Hose geht gar nicht, denn am Gürtel hängt doch immer die Kamera!

Und das ist auch gut so, denn wenn mich, so wie gestern, eine ganz besondere Lichtstimmung überrascht kann ich sie gleich einfangen. Ich stand vor einem Laden und wartete auf meine Frau, die sich im inneren umsah. Nor- malerweise begleite ich sie natürlich dabei, aber ich hatte mal wieder heftige Magenkrämpfe, und so blieb ich lieber draußen und ging vor dem Laden auf und ab.

Plötzlich verschoben sich die Wolken, die tief stehende Sonne schaute hervor und tauchte die Welt in ein faszi- nierendes Licht. Natürlich können die Fotos die Wirklichkeit nicht annähernd so gut darstellen wie ich es gerne hätte. Aber vielleicht bekommt man ja eine leichte Ahnung davon.




Wunderschön war es. Was mich wunderte war, dass offenbar nur ich so empfand. Alle anderen Menschen um mich herum gingen einfach weiter ihren Geschäften nach und sahen gar nicht hin. Einige schauten verwundert, irritiert oder misstrauisch auf den Mann der da in der Gegend herum fotografierte. Das war es auch schon. Sind meine Mitmenschen denn schon so abgestumpft? Oder habe ich mir durch meinen ständigen Umgang mit der Fotografie einen besonderen Blick erworben?